Zecke, vollgesogen Zecken und so

Zecken im eigenen Garten - was tun?

Zecken vermutet man meistens irgendwo da draußen, im Wald, an abgelegenen Plätzen, jedenfalls weit weg und nicht in der Nähe der eigenen Wohnung. Dabei kann es Zecken überall da geben, wo es potentielle Wirte und Vegetation gibt. Also auch im eigenen Garten. Tatsächlich ist das Risiko, bei der Gartenarbeit, beim Grillen oder Heckenschneiden einen Zeckenstich zu bekommen nicht kleiner als bei einem Waldspaziergang. Je intensiver der Kontakt mit der Vegetation, umso höher ist das Risiko eines Zeckenstiches.

Ob sich Zecken im eigenen Garten heimisch fühlen und wieviele es sind, hängt von der Lage und der Gestaltung des Gartens ab. Prinzipiell können aber in jedem Garten Zecken vorkommen.

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Zecken brauchen für die Überwinterung und für die Suche nach dem nächsten Wirt Orte mit bestimmten Eigenschaften. An solchen Orten schlüpfen sie aus ihren Eiern, an solchen Orten lassen sie sich von ihren Wirten fallen, an solchen Orten warten sie auf den nächsten Wirt.

Zecken - Aufenthaltsorte

Zecken müssen aufpassen, dass sie nicht austrocknen. Deshalb bevorzugen sie feuchte Gebiete, zum Beispiel verstecken sie sich über den Winter und an kälteren Tagen unter einer Laubschicht, die den Boden bedeckt. Ebenso geeignet ist eine Mulchschicht, wie sie in naturnahen Gärten verwendet wird. Man findet sie eher in der Nähe von Gewässern, was auch ein Gartenteich sein kann, und in gut bewässerten Gärten, als in Trockengebieten, eher in einer Wiese als auf Rasen.

Um zu ihrem nächsten Wirt zu finden, verlassen sie an warmen Tagen (ab ca. 7°C) diese Quartiere und erklimmen Grashalme, Büsche und andere Pflanzen, bis zu einer Höhe von etwa 1,5 Metern. Meistens findet man sie allerdings in einer Höhe von einem halben bis einem Meter, also zum Beispiel an der Spitze von Grashalmen in einer Wiese. Larven und Nymphen klettern weniger hoch, manchmal nur ein paar Zentimeter. Sie können sich also auch mit einem korrekt geschnittenen Rasen zufriedengeben.

Damit die Zecken an den beschriebenen Orten überleben können, brauchen sie natürlich auch noch Wirtstiere. Sie finden sich also an Orten, an denen Mäuse, Hunde, Katzen, Igel, Ratten oder andere Tiere vorbeikommen, die als Wirte geeignet sind. Natürlich nehmen sie als Wirtstiere auch größere Tiere, vor allem Rehe, Hasen und Füchse, auch Pferde oder Kühe, aber diese sind in Gärten doch eher selten.

Insgesamt kann man sagen, je feuchter, je naturnäher, je häufiger von Tieren besucht ein Garten ist, umso eher wird man dort auch Zecken finden. Oft leben aber Tiere im Garten, von denen man als Gartenbesitzer garnichts weiß. Zum Beispiel gibt es fast überall Mäuse, die bevorzugten Wirtstiere der Larven und Nymphen. Und dann spielt die Lage des Gartens auch noch eine Rolle. Mitten in der Stadt gibt es weniger Zecken als am Ortsrand, am Waldrand und in der Nähe feuchter Wiesen findet man auch mehr Zecken als in befestiger, gepflasterter und betonierter Umgebung.

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Zecken aus dem Garten vertreiben

Die Zecken zu vertreiben, ist gar nicht so einfach. Vor allem, wenn man auf eine naturnahe Gartengestaltung Wert legt, hat man kaum Chancen, die Zecken loszuwerden.

Je steriler der Garten gestaltet ist, umso weniger wohl sich Tiere im Garten fühlen, umso weniger Zecken wird es dort geben. Kurzgeschorener Rasen, der im Sommer nicht gewässert wird, ist ein Anfang. Dann kann man Beete und Pflanzungen offen und durchsichtig gestalten, den Boden stets frei halten, im Sommer die Erde austrocknen lassen. Alle Verstecke, in denen nicht nur Zecken, sondern auch Mäuse oder andere Tiere sein könnten, kann man so umgestalten, dass sich dort keine Tiere mehr aufhalten. Mäuse kann man mit Fallen oder mit Ködern bekämpfen. Je wüstenähnlicher der Garten im Sommer wird, je weniger Platz für Tiere der Garten das ganze Jahr über bietet, umso eher wird man auch die Zecken los werden. Aber selbst dann wird es ein paar Jahre dauern, bis sie weg sind.

Die meisten Leute stellen sich ihren Garten anders vor. Da es ohnehin keine Garantie gibt, dass man wirklich alle Zecken vertreibt, entscheiden sich viele dazu, das Zeckenrisiko in Kauf zu nehmen und ihren Garten so zu gestalten, wie er ihnen gefällt. Denn die zeckensichere Gartengestaltung vertreibt nicht nur Zecken und Tiere, sie vertreibt auch den Menschen aus seinem Garten.

Zeckensuchaktion

Aber man kann trotzdem etwas tun, um das Risiko, im eigenen Garten von Zecken gestochen zu werden, zu minimieren. Zum einen sollte man auch im eigenen Garten die üblichen Vorbeugungsmaßnahmen ergreifen, sich mit Repellentien behandeln, sich nach dem Aufenthalt im Garten absuchen, eventuell doch festgebissene Zecken schnell entfernen, Haustiere vorbeugend behandeln.

Zum anderen kann man, bevor man sich auf dem Rasen niederlässt, oder auch vorbeugend im Gebüsch und an Sträuchern, eine Zeckensuchaktion durchführen. Dazu braucht man ein weißes Handtuch oder Laken, oder jedenfalls ein weißes Tuch. Dieses kann man dann ausgebreitet über den Rasen oder auch über die sonstigen Pflanzen ziehen, am besten an einem warmen, eher feuchten Tag. Wenn Zecken da sind, dann werden sich zumindest einige an dem Tuch verhaken. Diese kann man dann schonmal entsorgen. Man kann aber davon ausgehen, dass es dann auch noch mehr davon gibt. Wenn an manchen Stellen im Garten überhaupt keine Zecken am Tuch hängenbleiben, dann ist dort die Zeckendichte zumindest niedrig, mit etwas Glück sind dann auch tatsächlich keine da. Der Test gibt zwar keine Garantie, aber er weist darauf hin, wo das Risiko groß und wo es etwas kleiner ist. Mit den üblichen Vorsichtsmaßnahmen kann man dann den Garten genießen, trotz Zecken.

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